Berichterstattung zur Banneraktion am 3.2.2018 (taz, Neues Deutschland, RBB-Abendschau, Berliner Woche)

In der taz vom Montag, 5. Februar 2018 (leider nur in der Printausgabe) und im Neuen Deutschland finden sich Berichte über die Banneraktion vom 3. Februar vor unserem Haus Eisenbahnstraße 2/3 und Muskauer Straße 10 in Kreuzberg.
Kurz über unsere Aktion berichtet wurde auch in den Abendschau-Nachrichten des RBB und in einem „Käufer, bitte melden“ betitelten Artikel der Berliner Woche.

Banneraktion „Wer ist der Käufer?“, Samstag, 03.02.2018, 11:00 Uhr

Ort: vor der Eisenbahnstraße 2+3/Muskauer Straße 10, 10997 Berlin-Kreuzberg

Unter dem Motto „Wir müssen reden!” beflaggte die 3-2-10 Mieterschaft ihr Kreuzberger Eckmietshauses mit einem Bannerwald aus Fragezeichen. Mit dieser Aktion suchen die Mieter*innen das Gespräch mit dem weiterhin anonymen Käufer, der die Immobilie im Dezember 2017 meistbietend bei einer Auktion ersteigerte – zum spekulativen Preis von € 7,16 Mio.

Der Beziehungsstatus der 3-2-10 Mieterschaft mit dem neuen, weiterhin anonymen Käufer des Eckmietshauses Eisenbahnstraße 2 + 3 / Muskauer Straße 10 ist ungewiss. Die Mieterschaft lud deshalb an diesem Samstag zu einer Presseaktion vor ihr Haus in Kreuzberg und stellte ihre Banneraktion – Fragezeichen – der Öffentlichkeit vor. Unterstützt wurden sie dabei vor Ort von den Bundestagsabgeordneten Cansel Kiziltepe (SPD), Pascal Meister (Die Linke) und Canan Bayram (Bündnis 90/Die Grünen) sowie vielen Nachbarinnen und Nachbarn.


Foto 1: 3-2-10 Aktion Fragezeichen, am 03.02.2018. Politische Unterstützung erhielten die Mieter*innen durch Cansel Kiziltepe (MdB SPD), Pascal Meiser (Die Linke) und Canan Bayram (MdB Die Grünen)

Nachdem das Kreuzberger Eckmietshaus in der Eisenbahnstraße 2 + 3 / Muskauer Straße 10 am 14.12.2017 bei einer Auktion meistbietend an einen anonymen Käufer versteigert wurde, zum spekulativen Wert von € 7,16 Mio., wissen die etwa 80 Bewohner des Hauses weiterhin nicht was sie erwartet.

Bekannt ist bisher, dass der Käufer eine GmbH ist, die sich anscheinend extra für den Kauf gegründet hat und noch nicht in das Handelsregister eingetragen ist. Es gibt auch sonst keine Informationen, Veröffentlichungen oder einen Internetauftritt.

Die Bewohner*innen haben viele Fragen: Wer ist der weiterhin anonyme Käufer? Warum hält der Käufer sich so bedeckt? fragen Vertreter*innen der Mieterschaft. „Wer nichts Schlimmes vorhat, kann mit uns reden! Wenn sich aber jemand nicht zeigen will, dann ist dies ein Grund zur Sorge. Wir planen für alle Möglichkeiten“, sagt eine Bewohnerin.


Foto 2: 3-2-10 Aktion Fragezeichen, Samstag, den 03.02.2018

Aktuell läuft die zweimonatige Frist zur Abwendungsvereinbarung und das Verfahren zum Vorkaufsrecht des Bezirksamts bis zum 10.03.2018.

Die Mieterschaft steht im fortlaufenden engen Kontakt mit den Vertretern des Bezirksamts Florian Schmidt und des Milieuschutzes. Gemeinsam mit dem Bezirksamt wird versucht das Vorkaufsrecht geltend zu machen. In dem Zuge bestehen aktuell sehr realistische, soziale Optionen, so dass die Mieterschaft in ihrem Haus weiter sozial verträglich wohnen kann.

Notfalls müssen langwierige juristische Verfahren auf den Weg gebracht werden, damit Mieterrechte und der Milieuschutz durch die Entwicklungen auf dem Berliner Immobilienmarkt nicht ausgehebelt werden.


Foto 3: 3-2-10 Aktion Fragezeichen, Samstag, den 03.02.2018

Angesichts des hohen Verkaufspreises befürchten die Bewohner, dass das Haus, in dem sie wohnen, nun zum Spekulations- und Renditeobjekt wird, und sie sich ein Leben im Kiez bald nicht mehr leisten können und in der Folge verdrängt werden.

„Wir wollen keinen Käufer, der nicht transparent ist und dem der Kiez und seine Bewohner egal sind. Wir wollen keinen Hauseigentümer, der unser Haus zu einem Spekulationsobjekt macht und allein Rendite-orientiert agiert. Wir wollen, dass der Kiez für alle erschwinglich bleibt. Wir wollen, dass sich die Vielfalt und Lebendigkeit erhält. Wir wollen hier unter guten Bedingungen wohnen bleiben!“ sagt ein Mieter.

„Unser Haus ist ein Präzedenzfall, bei dem es berlinweit darum geht sicherzustellen, dass der Milieuschutz auch in Zukunft Bestand hat“ sagen Vertreter der Mieterschaft, denn Wohnraum in Berlin muss bezahlbar bleiben. „Dafür kämpfen wir und sind gut aufgestellt.“


Foto 4: 3-2-10 Aktion Fragezeichen, Samstag, den 03.02.2018

Wir müssen reden … am Samstag, 3. Februar, 11.00 Uhr

Beitrag über 3-2-10 im aktuellen „Mietermagazin“

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift des Berliner Mietervereins, das „Mietermagazin“, findet sich unter dem Titel Chronik eines Mieterwiderstands ein Artikel über die bisherige Entwicklung um unser Eckhaus Eisenbahnstraße 2/3 und Muskauer Straße 10 (in 10997 Berlin, Kreuzberg).

Wir müssen reden … Samstag, 3. Februar, 11.00 Uhr

Treffpunkt: Eisenbahnstraße 2/3, Ecke Muskauer Straße 10, 10097 Berlin (Kreuzberg)